Google+ Julias Buchblog: Robert Stevenson - Die Schatzinsel

Sonntag, 30. September 2012

Robert Stevenson - Die Schatzinsel

Die Schatzinsel
Robert Louis Stevenson
(Loewe Verlag)
(ISBN 9783785525159)

Das Monatsthema für August/September der lesenden Minderheit lautet: Lies ein Buch aus deiner Jugendzeit. Ich habe mich für „die Schatzinsel“ entschieden, weil ich sehr zwiespältige Erinnerungen an dieses Buch habe. Da es als Klassiker der Jugendliteratur gilt, dürfte der Inhalt wohl bekannt sein:

Der 17-jährige Jim Hawkins gerät durch Zufall an eine Piratenschatzkarte. Seine Bekannten Gutsherr Trelawney und Doktor Livesey rüsten ein Schiff aus, um zur Schatzinsel zu segeln, und natürlich soll Jim als Schiffjunge mitfahren. Da Trelawney aber seinen Mund nicht halten konnte, haben sich die Piraten mit ihrem Anführer Long John Silver unter die Mannschaft gemischt. Und als das Schiff eben die Schatzinsel erreicht hat, hört Jim zufällig, wie die Piraten die Meuterei planen...

Als Kind hat mich das Buch damals ziemlich schockiert. Es war für mich das erste Buch, in dem ich gelesen habe, wie jemand umgebracht wird. Wenn es nur einer gewesen wäre, hätte ich den Schreck wohl bald überwunden, aber der ganze Roman ist ja ziemlich blutrünstig, von den 27 Menschen, die zur Schatzinsel losfahren, kehren nur gerade fünf zurück. Und das Buch einfach weglegen war für mich damals auch keine Option, dafür war es viel zu spannend. Ok, ich war vielleicht diesbezüglich ein sensibles Kind und im Laufe der Geschichte gewöhnt man sich an die ständigen Gemetzel, aber als Kinder-/Jugendbuch finde ich den Roman weiterhin eher ungeeignet. Abgesehen davon ist „die Schatzinsel“ aber zu Recht ein Klassiker. Alles, was einen guten Abenteuerroman ausmacht, ist darin zu finden: eine sympathische Hauptfigur, böse Piraten und treue Freunde, ein exotischer Schauplatz, die Jagd nach einem Schatz und eine sehr abwechslungsreiche spannende Geschichte. Auch sprachlich ist der Roman ein Genuss, auch wenn diese Ausgabe keine eine wirklich gelungene Übersetzung aufweist. Viele Brocken Seemannssprache sorgen für Authentizität, ohne dass der Roman deshalb unverständlich wird, denn auch als Leser ohne nautische Kenntnisse wird man mit den wichtigsten Begriffen rasch vertraut. 

Fazit: auch heute noch ein tolles Buch, aber erst für Jugendliche, die mit den drastischen Schilderungen umgehen können.

Kommentare:

  1. Die Schatzinsel war und ist, neben Spartacus, auch einer meiner Lieblingsklassiker.

    Schockiert wird heute aber kaum noch ein Jugendlicher über die Morde sein, die die Handlung beinhaltet. Man bekommt im Fernsehen und im Netz mittlerweile ja weitaus schlimmere Dinge zu sehen.

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    1. Ich war damals 10-11 und ich denke immer noch, das ist etwas zu früh. Und die von einem Buch hervorgerufenen Bilder gehen (mir zumindest) näher, weil sie von der eigenen Phantasie erzeugt werden, als etwas, was man flüchtig auf einem Bildschirm sieht.
      Aber schon möglich, dass der Medienkonsum da eine Rolle spielt. War es damals wohl auch bei mir, denn ich bin ohne Fernseher aufgewachsen (das war damals schon exotisch).

      LG, Julia

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