Google+ Julias Buchblog: Flo Wandemberg - Viejendalisk

Samstag, 7. September 2013

Flo Wandemberg - Viejendalisk

Viejendalisk: der Pakt um Nadim
Flo Wandemberg
ISBN 9783990268841


Der junge und naive Vlou sollte eigentlich in der Werkstatt seines Onkels arbeiten, aber er spürt, dass er nicht sein Leben lang Tischler sein will. Deshalb beschließt er, seine Familie zu verlassen, und macht sich auf den Weg, um in anderen Teilen von Viejendalisk sein Glück zu machen. Doch weit kommt er nicht, denn schon bald trifft er auf die alte Magierin Namaria, die ihn unter ihre Fittiche nimmt und ihm ihr Wissen weitergibt. Das ist auch dringend nötig, denn in Viejendalisk ist das Böse erwacht und Namaria und ihre Freunde werden von schwarzer Magie bedroht...

Klingt sehr klischeehaft? Ja, absolut! Der unbedarfte Junge, der sich dank verborgener Gaben zum Helden entwickelt, der weise Lehrmeister, Magie, die alle Probleme lösen kann, die Bedrohung durch das Böse: alles da. Nun sind Klischees ja nicht grundsätzlich schlecht, wenn man damit spielen kann. Leider werden sie hier viel zu ernst genommen, was zu einem unglaublich faden und nervigem Buch führt.
Die Figurenzeichnung ist platt und unglaubwürdig. Vor allem fehlt den Charakteren die innere Motivation, die ihr Handeln für den Leser verständlich machen würde. Vlou rennt, so scheint es, aus einer Laune heraus von Zuhause weg, Namaria findet den verirrten Jungen im Wald und nimmt ihn einfach so als Lehrling bei sich auf, etc. Auch innere Widersprüche oder Zweifel, die den Figuren etwas Tiefe verleihen würden, sucht man vergeblich, alle sind eindimensional und strikt schwarz-weiß gezeichnet.
Damit deshalb die Geschichte nicht völlig langweilig wird, versucht der Autor, den Leser durch ständiges Vorantreiben der Handlung und viele Wechsel der Erzählstränge bei Laune zu halten. Das funktioniert am Anfang, führt aber schnell dazu, dass die Geschichte wirr und unausgegoren wirkt. Dass jedes Ding dann noch einen eigenen fremden Namen haben muss, zeigt zwar die Detailverliebtheit dieser neugeschaffenen Welt, hilft aber auch nicht dabei, den Überblick zu behalten. Und das Glossar am Ende ist zwar nützlich, aber das ständige Nachschlagen erschwert den Lesefluss enorm.
Zu all diesen Mängeln kommt noch hinzu, dass das Buch sprachlich eine einzige Katastrophe ist. Die vielen Rechtschreib- und Kommafehler gehören dabei zu den harmloseren Ärgernissen, verdrehte oder unvollständige Sätze und ständige Wiederholungen nerven mit der Zeit deutlich mehr.

Fazit: ich habe bisher ja erst einmal null Sterne vergeben, aber hier wäre einer definitiv zu viel. Und wer sich mit Fantasy-Klischees beschäftigen will, sollte sich lieber einmal bei der Weltenschmiede umsehen, da hätte der Autor viel lernen können!

Kommentare:

  1. Hey
    ich hab dich getaggt
    schau doch mal vorbei :D
    Liebe grüße
    Sabrina :)

    http://sabriminisbuch.blogspot.de/2013/09/mein-erster-tag.html

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  2. Hallo Julia,

    dein Kommentar neulich hat mich schon ganz gespannt auf diese Rezension warten lassen und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch klingt nach der übelsten Sorte Möchtegernfantasy - und das lässt mich fast schon mit dem Gedanken spielen, es zu kaufen^^. Seit Trudy Cannavans Schwarzmagier-Trilogie sehne ich mich ein wenig nach einem weiteren literarischen Auffahrunfall.

    Wenn dann noch schlechte Qualität hinzukommt ...
    Nachdem ich jetzt ein wenig nachgeforscht habe, wundert es mich allerdings nicht, dass so etwas veröffentlicht wird. Novum scheint von den Autoren einen Druckkostenbeitrag zu verlangen, was den Verein für meinen Geschmack schon zu nah in Richtung Selfpublishing rückt.

    Ach und danke für den Link zu meinem Blog :)

    (PS: du schreibst an einer Stelle ect. statt etc.)

    Liebe Grüße,
    DerSaryn

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    1. Ja, Novum ist offenbar ein klassischer Zuschussverlag, der mit dubiosen Methoden nichtsahnenden Jungautoren das Geld aus der Tasche zieht. Deshalb sind auch nur die ersten Seiten lektoriert worden; dass der Rest des Manuskriptes noch in Rohform geblieben ist, hat der Autor offenbar erst zu spät bemerkt. Ich habe vor, dazu noch eine vertiefende Analyse zu schreiben, weil Viejendalisk geradezu exemplarisch ist für alle Fehler, die man als angehender Autor so machen kann...

      Sooo speziell ist das Buch übrigens nicht, im Verlag haben wir regelmäßig derartige Machwerke im Briefkasten. Aber es gibt Gründe, weshalb sowas von einem "normalen" Verlag nicht gedruckt wird ;-)


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